Junioren-Europameisterschaften erfolgreich abgeschlossen – Blick nach vorn.

Die Regattastrecke am Beetzsee bot am Pfingstwochenende perfekte Bedingungen für die Europameisterschaften der Unter-19-Jährigen.

Aus Sicht des Organisationskomitees konnte es nicht besser laufen. Die Vorbereitungen starteten nach der Vergabe im September 2022. Nun mussten alle Rädchen ineinander greifen. Neben den 16 fast ausschließlich ehrenamtlichen Mitgliedern des Organisationskomitees bildeten knapp 100 Volunteers das Getriebe der Regatta. Nicht alles lag in ihren Händen. Das erhoffte gute Wetter stellte sich aber ein. Den 444 Athleten aus 32 Nationen bot es ideale Bedingungen auf dem Wasser.

Großartige Bedingungen und positives Feedback

Darüber freute sich auch Steffen Christgau, Co-Präsident des Organisationskomitees (OK)

Der Beetzsee zeigte sich von seiner besten Seite. Das kennen wir von unseren nationalen und regionalen Regatten natürlich. Aber es ist schön, dass wir dieses Bild auch auf internationalem Level hinterlassen konnten.

Nicht nur das Wetter bot beste Bedingungen für die Aktiven. Die gut gefüllte Tribüne, auf der sich neben Zuschauern, Familien der Rudernden auch anfeuernde Mannschaftsmitglieder befanden, sorgte darüber hinaus für starke Atmosphäre bei den Wettkämpfen. Dazu trug sicherlich auch die auflockernde Eröffnungsfeier bei, in die die Athleten direkt involviert waren.

Im sportlichen Wettkampf zeigte sich, dass es beim internationalen Saisonhöhepunkt in Plovdiv (Bulgarien) kein Leichtes wird, Weltmeister zu werden. Der Deutsche Ruderverband unterstrich aber mit drei Gold-, zwei Silber und einer Bronzemedaille und damit Platz 2 im Medaillenspiegel seine Ambitionen für die Veranstaltung im August. Platz 1 belegte das sehr starke italienische Team mit jeweils vier Gold- und Silbermedaillen.

Die Vertreter des europäischen Verbandes zeigten sich von den sportlichen Leistungen ebenso beeindruckt, wie von der Organisation der Regatta.

„Man war sehr zufrieden. Wir haben durchweg positives Feedback bekommen – sowohl vom europäischen Verband als auch von den teilnehmenden Nationen.“,

kann Ulrike Hartmann, Co-Präsidentin des OK und Präsidentin des Landesruderverbandes Brandenburg, berichten. Mit der World Rowing Masters Regatta im Jahr 2024 und den jüngst vergangenen Europameisterschaften konnte man mit der Regattaanlage ein weiteres organisatorisches Ausrufezeichen setzen.

Beide ergänzen:

Uns wurde vom Verband nahegelegt, uns für künftige internationale Veranstaltungen zu bewerben. Das macht Lust auf mehr. Wir wissen auch, dass wir und das Umfeld noch an manchen Stellschrauben drehen müssen. Aber auch die Rahmenbedingungen, die der Weltverband stellt, sind in einigen Punkten zu diskutieren.

Blick in Richtung Olympische Sommerspiele

Von den Bedingungen, die die Regattastrecke in Brandenburg an der Havel aber schon heute bietet und für künftige Veranstaltungen bieten kann, überzeugte sich am Samstag der Minister für Bildung, Jugend und Sport Gordon Hoffmann zusammen mit dem Olympiabeauftragten der Senatskanzlei Berlin Kaweh Niroomand. Hoffmann hatte bereits am vorangegangenen Wochenende im Rahmen des Kanu-World-Cups symbolisch 3,6 Millionen Euro für den ersten Abschnitt zum Ausbau der Regattastrecke übergeben. Die Anlage ist in BERLIN+, dem Konzept für die mögliche Olympiabewerbung Berlins, für die Wettkämpfe im klassischen Rudern und Kanurennsport eingeplant.

Darüber tauschten sich Kaweh und Hoffmann zusammen mit dem Oberbürgermeister der Stadt Brandenburg, Daniel Keip, Moritz Petri, Präsident des DRV, Dajana Pefestorff, ehrenamtliche Präsidentin des Deutschen Kanuverbandes (DKV), den beiden OK-Vorsitzenden, sowie Thomas Haun vom LRV Berlin und Uwe Philipp, dem Teamleiter der Regattastrecke Beetzsee aus.

Bei dem Besuch bot sich für die Delegation erstmalig die Möglichkeit, die Regattastrecke vom Wasser aus zu besichtigen. Der Minister und der Olympiabeauftragte genossen die etwa einstündige Bootsfahrt bis hoch zur Startanlage, waren sie doch an den Details des Wettkampfbetriebs sehr interessiert und dürften nun als Fans des Rudersports und der Regattastrecke Beetzsee gelten. 

Ob sich Berlin als deutscher Standort für eine Bewerbung um die Olympischen Sommerspiele im nationalen Auswahlprozess durchsetzt, wird sich im September bei der Versammlung des DOSB in Baden-Baden zeigen. Am Beetzsee werden bis dahin und darüber hinaus aber noch weitere Ruderregatten stattfinden.

→ siehe auch Regatta-Nachrichten